Kitwiru

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Kitwiru, der Plan für ein zweites Kinderdorf, ein langer, beschwerlicher Weg, der schließlich und endlich doch erfolgreich war!

Im Jahre 2006 war es soweit, dass der Verein Amani Kinderdorf e.V.  den Mut und dank vieler Spender auch die nötigen Mittel für ein weiteres Kinderdorf hatte. Nachdem das erste Dorf in Kilolo in enger Zusammenarbeit mit dem Bischof von Iringa gebaut worden war, sollte ein zweites Dorf ohne kirchliche Anbindung in genauso enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister einer Gemeinde entstehen.

Als die Idee dem Regional Commissioner von Iringa, Frau Said, vorgetragen wurde, war die Begeisterung groß. Sie versprach, bei der Auswahl einer bedürftigen Gemeinde und eines geeigneten Grundstücks zu helfen.

Beim nächsten Besuch standen drei Grundstücke zur Auswahl. Nach Besichtigung und Gesprächen mit Vertretern der örtlichen Gemeinde fiel die Entscheidung zugunsten von Kitwiru. Es war insbesondere Mr. Ally Mbata, der Bürgermeister von Kitwiru, der durch sein persönliches Engagement, aber auch durch das Interesse seiner Gemeinderatskollegen und der Verwaltung deutlich machte, dass in Kitwiru ein großer Bedarf an Unterstützung von Waisenkindern bestehe und dass die Initiative von Amani willkommen sei und nach Kräften unterstützt werde. In Kitwiru, einer Gemeinde mit ca. 3.000 Einwohnern, hatte die Sozialarbeiterin 461 Waisenkinder erfasst, die alle Hilfe benötigten. Dennoch waren die zu überwindenden bürokratischen Schwierigkeiten enorm. Es war Ally Mbata, der uns mit seiner Zuversicht und seinem Einfluss  immer wieder weiter geholfen und verhindert hat, dass wir den Mut verloren haben.

Letzte Probleme konnten schließlich jedoch im Laufe des Jahres 2009 ausgeräumt werden, und es konnte eine vertragliche Grundlage für den Bau unseres neuen Kinderdorfs in Kitwiru geschaffen werden.

Aus den Erfahrungen, die wir in unserem ersten Kinderdorf in Kilolo gewonnen haben, und nach Gesprächen mit unseren tansanischen Partnern hat uns der Münsteraner Architekt Volker Tillar Pläne für die Kinderhäuser und die Gesamtanlage gezeichnet.

In Aziz Mwalongo haben wir einen engagierten und qualifizierten tansanischen Bauunternehmer gefunden, der uns schon in Kilolo bei einigen kleineren Bauprojekten von der Qualität seiner Arbeiten überzeugen konnte.

Im März 2010 konnte in Anwesenheit unseres Architekten Volker Tillar der erste Spatenstich erfolgen. Durch regelmäßig von Aziz Mwalongo geschickte Fotos, durch die Bauaufsicht durch einen tansanischen Bauingenieur und durch mehrmalige Besuche durch Vertreter unseres Vereins konnten wir sicherstellen, dass alles nach unseren Vorstellungen umgesetzt worden ist. Man hatte uns vorher gewarnt, dass dies über die Distanz von ca. 7.000 km nicht möglich sei. Die Wirklichkeit hat jedoch die Skeptiker eines Besseren belehrt!

Inzwischen haben wir

  • im Oktober 2010 die ersten beiden Kinderhäuser und ein Lagergebäude fertig gestellt,
  • im Januar 2011 die ersten Kinder im ersten Kinderhaus, das „Simba“ (Löwe) getauft, aufgenommen und
  • im April das zweite, „Tembo (Elefant) genannte Haus belegt,
  • am 27.04. die Eröffnung des Amani Centre Kitwiru mit einer feierlichen Zeremonie begangen und
  • im August den Startschuss für die zweite Bauphase gegeben, mit der wir aufgrund der sehr guten Erfahrungen auch wieder Aziz Mwalongo und sein Team beauftragt haben. Zwei weitere Kinderhäuser – „Twiga“ (Giraffe) und „Punda milia“ (Zebra) – und ein kombiniertes Staff- und Freiwilligenhaus ssind mittlerweile entstanden und bezogen worden.

  • Im April 2012 haben wir Vertragsverhandlungen für einen Anschluss des Kinderdorfs und der benachbarten Schule ans öffentliche Stromnetz geführt, was inzwischen erfolgt ist;

  • im August 2012 haben wir die Gebäude der zweiten Bauphase abgenommen und den Bauauftrag für das fünfte und sechste Kinderhaus und eine Versammlungshalle gegeben sowie das Verfahren der Auswahl von zwanzig neuen Kindern begleitet;
  • 2013 haben wir umfangreiche Infrastruktumaßnahmen ergriffen, um eine drohende Bodenerosion zu vermeiden;
  • im Sommer 2014 haben wir die Versammlungshalle und im November Haus 5, jetzt Haus Chui (= Leopard) genannt, abgenommen;
  • im Dezember 2014 und Januar 2015 Haus Chui belegt,
  • im Frühjahr 2015 Haus Nyati (=Büffel) fertiggestellt und mit der Belegung begonnen,
  • im Sommer 2015 mit dem Bau eines Freiwilligenhauses mit integriertem Schulungsraum begonnen, das Anfang 2016 fertiggestellt und bezogen werden konnte.

Mit Lucy Hokororo, einer pensionierten Grundschullehrerin, haben wir eine kompetente Dorfleiterin gefunden. Und mit Freude sehen wir, dass sich mittlerweile eine gewisse Normalität im neuen Kinderdorf eingespielt hat. Die Kinder scheinen das Kinderdorf als ihre neue Heimat anzuerkennen. Hier wie in Kilolo haben sie endlich einen Platz gefunden, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen dürfen. Das ist auch das Verdienst von Mama Lucy, die sich sehr mit ihrer Aufgabe identifiziert.

Seit 2013 leben zwei deutsche Freiwillige im Kinderdorf. Sie kümmern sich dort um Nachhilfe-Unterricht,  führen Freizeit-Aktionen mit den Kindern durch und unterrichten Informatik an der benachbarten Secondary School.

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