Mama Stan

Mama Stan war eine der ersten Hausmütter in Kilolo. In Haus 5 hat sie vielen Kindern Sicherheit, Geborgenheit und ganz viel Zuwendung geschenkt, und es gäbe sooo viel zu erzählen. Ein Beispiel:  Ein kleines Kind wurde ins Kinderdorf gebracht, Alter unbekannt, geschätzt 6 Jahre und Mama Stan nahm es unter ihre Fittiche. Bei einem Besuch im Kinderdorf erschien uns das Kind schulreif und Judy Eule fragte nach. „N0!,“ war Mama Stans Antwort. Im Jahr darauf fragte Judy erneut. Auch dieses Mal ein klares Nein, und wir begannen uns etwas zu wundern, aber das Vertrauen in Mama Stan überwog. Als Judy im dritten Jahr erneut nachfragte, strahlte Mama Stan: „Yes, now it is fine!“  Und siehe da, das Kind beherrschte die Buchstaben und die Zahlen im Zahlenraum bis 20 perfekt. In Tansania erwartet man das von den Schulanfängern, und ohne dass es jemand mitbekommen hatte, hat Mama Stan das Kind in einem der Entwicklung angemessenen Tempo vorbereitet, so dass der Schulstart gelang. Ohne diese Vorbereitung hätte das Kind keine Chance gehabt, dem Unterricht zu folgen. Dass Kinder darüber manchmal etwas älter werden, ist durchaus normal in Tansania. 

Nur einmal wurde in Kilolo ein Baby aufgenommen. Große Ausnahme, und es war Mama Stan, die es liebevoll ins Herz schloss. Ein völlig vernachlässigtes Baby entwickelte sich dank ihrer Fürsorge zu einem sehr netten fröhlichen Jungen, der mittlerweile erfolgreich die Secondary School besucht.  Die beiden – eine ganz besondere Geschichte!

Hier die Aussagen von zwei Freiwilligen über Mama Stan:

„Mama Stan war immer eher ein wenig ruhiger. Sie konnte sehr gut Englisch, was mir zuerst nicht so aufgefallen ist, weil ich eher Suaheli reden wollte und auch, weil sie gar nicht so im Vordergrund ist und so viel redet wie andere Mamas. Den Kindern gegenüber ist sie sehr liebevoll und fürsorglich und nicht zu streng, aber sie hat eine natürliche Autorität. Dadurch haben die Kinder in ihrem Haus immer sehr gut gehört und sie musste nicht laut werden oder schimpfen. 

Sie ist sehr zuverlässig und gebildet, hilft den Kindern in der Schule und gibt auch Nachhilfeunterricht. Manchmal, wenn ich alleine im Kinderdorf war und eigentlich alleine essen musste, war sie sehr gastfreundlich und hat mich mit in das Haus geholt – vielleicht weil sie gemerkt hat, das sei mir lieber – das hat mich sehr gefreut.

Mama Stan ist auch schon so lange im Kinderdorf mit dabei, dass sie oft als Beraterin bei wichtigen Entscheidungen von Mama Erica dazu geholt wird.“ 

– Christina Roser (Freiwillige 18/19)

„Wenn ich an Mama Stan denke, denke ich an eine gewissenhafte Frau. Sie war immer am Austausch und häufig an anderen Meinungen interessiert.

Sie ist eine Vertraute von Mama Erica und bildete oft neben Mama Beatus die Verbindung zwischen Dorfleitung und den anderen Mamas.

Ihr sind die schulischen Leistungen der Kids sehr wichtig, weswegen meist offene Schulhefte auf ihrem Tisch lagen und an der Tafel in ihrem Haus Mathe- und Schreibübungen gemacht wurden.

Sie hat viel Spaß daran den Kindern beim Spielen zuzusehen und beömmelt sich gerne über lustiges Verhalten der kleinen Kinder.“      – Sophie Gooßens (Freiwillige 17/18)