Amani-Kinderdorf

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Unsere Kinder

Innerhalb eines Kinderhauses leben die Kinder wie in einer Großfamilie zusammen. Außer der zusätzlichen schulischen Förderung werden die Kinder auch pädagogisch betreut. Die Erziehung liegt in den Verantwortung der Hausmütter; Dorfmanagerin Mama Erica trifft sich regelmäßig mit den Hausmüttern, um den Entwicklungsfortschritt, aber auch die Probleme eines jeden Kindes zu beraten. Für jedes Kind entsteht zu diesem Zweck eine eigene Akte, die jedem Kind im Laufe der Jahre seine "eigene Geschichte" verleiht.
 

Beti (Elisabeth)

Beti ist sieben Jahre alt und im zweiten Schuljahr. Sie wurde in Mgongo nahe der Stadt Iringa geboren. Ihr Vater starb, als sie ein Jahr alt war. Nach einem weiteren Jahr verstarb auch die Mutter- beide vermutlich an Aids.

Beti und ihre kleine Schwester lebten seit dem bei der sehr alten Großmutter in einer grasgedeckten Lehmhütte. Diese verdiente etwas Geld, indem sie Feldarbeiten für andere Leute machte - für einen Tageslohn von ca. 28 Cent - und Gemüse verkaufte, um von dem Geld andere Lebensmittel kaufen zu können.

Die Großmutter war jedoch nicht in der Lage, die Kinder von diesem geringen Verdienst angemessen zu ernähren, und so nahmen wir Beti bei uns auf.

 

Elidia Mfilinge

Elidia, geboren 1997, wurde in Iringa geboren. Ihr Vater verkaufte Obst auf dem Markt in Iringa. Er war lange krank, bevor er starb. Die Mutter starb später nach langer Krankheit an denselben Symptomen wie der Vater - vermutlich Aids.

Elidia wurde dann von ihrer sehr armen Großmutter aufgenommen, die bereits andere Enkel zu versorgen hatte. Die Kinder suchten Feuerholz im Wald und verkauften es, um ihr tägliches Brot kaufen zu können.

Der Pfarrer ihrer Gemeinde entschied, ihnen zu helfen und brachte Elidia zu uns. Sie war stark unterernährt, als sie zu uns kam.

 

Eldo und Ziwile Mgovano

Eldo (geboren 1997) und Ziwile (1996) haben denselben Vater, aber verschiedene Mütter. Ziwiles Mutter starb und hinterließ drei Kinder. Der Vater nahm sich eine neue Frau; sie gebar Eldo, das erste von drei weiteren Kindern.

Der Vater wurde von Dieben getötet. Sie raubten alles, was die Familie besaß. Ein Jahr später verschwand die Mutter und ließ die Kinder allein.

Die Großmutter, die sehr alt und arm war und in einer Ein-Raum-Grashütte lebte, war nicht mehr stark genug, um Feldarbeit verrichten zu können und war deshalb ohne jedes Einkommen. Sie nahm die Kinder bei sich auf.

Als wir sie sahen, versorgte sie sechs Kinder. Alle waren stark unterernährt. Der District Chancellor führte uns zu der Familie, die mitten im Busch in Ihimbo lebte, weit ab von anderen Menschen. Wir nahmen die zwei jüngsten Kinder auf.

 

Elina und Inyasia

Die beiden Mädchen wurden in Kibao im Distrikt Mufindi geboren. Sie sind noch nicht eingeschult, vielleicht sechs oder sieben Jahre alt. Sie gehören zum Stamm der Mkinga.

Der Vater verstarb vor der Geburt von Inyasia. Die Mutter war sehr lange krank und starb vor ca. eineinhalb Jahren, beide vermutlich an Aids.

Danach lebten die Kinder bei einer Tante, die zusätzlich zu ihren eigenen Kindern acht Waisenkinder aufgenommen hatte!

Die Tante verdient etwas Geld mit dem Straßenverkauf gebrauchter Kleider aus Europa. Ihr Mann ist tot oder hat sie verlassen. Sie konnte die vielen Kinder nicht allein versorgen und bat uns um Hilfe.

 

Fatuma Ally Mlay

Als Fatuma 1997 geboren wurde, hatte ihre Mutter schon eine Tochter von einem anderen Mann, der 1994 starb. Die Mutter verkaufte Alkohol (local brew) in einer Kneipe. Fatumas Vater kümmerte sich überhaupt nicht um die Familie.

2001 erkrankte die Mutter an Aids und starb nach langem Siechtum im Jahr 2003.

Eine Tante, die ältere Schwester der Mutter, nahm die Kinder im Jahr 2002 auf, als die Mutter bereits schwer krank war. Sie hat selbst Kinder, ist Witwe und lebt davon, brauchte Kleider aus Europa am Straßenrand zu verkaufen. Sie schaffte es nicht, alle Kinder ausreichend zu versorgen und bat uns deshalb um Hilfe. Fatuma wurde am 01.01.04 bei uns aufgenommen.

 

Gloria Mwakasege

Gloria wurde schätzungsweise 1997 in der Region Mbeya als letztes von vier Kindern geboren und lebte später in Ipogolo, einem Industrievorort von Iringa.


Der Vater starb nach langer Krankheit, zwei Jahre später auch die Mutter - beide vermutlich an Aids.

Die sehr alte Großmutter nahm die vier Kinder zu sich. Den Lebensunterhalt verdiente sie, indem sie Holzkohle brannte und dies in der Stadt verkaufte; eine schwere und mühselige Arbeit. Sie aßen nur einmal täglich, abends. Tagsüber waren die Kinder sich selbst überlassen.

Der örtliche Pfarrer brachte Gloria stark unterernährt ins Amani-Center.

 

Grace Mwilapwa

Grace wurde 1999 als letztes von drei Kindern in Iringa geboren.

Nach langer Krankheit, vermutlich Aids, verstarb die Mutter. Daraufhin flüchtete der Vater und ließ die Kinder bei der alten Großmutter zurück. Sie lebten dort in einer sehr ärmlichen Hütte und hatten nicht genug zu essen. Ab und zu brachte ein Onkel, der Bruder des Vaters, etwas zu Essen vorbei - obwohl er selbst keine Arbeit hatte.

Der örtliche Pfarrer brachte die stark unterernährte Grace zu uns ins Kinderdorf.

 

Happy Mtweve

Happy wurde 1994 in Dabaga, einem Dorf, 15 km vom Amani-Center entfernt, geboren. Sie war das sechste von acht Kindern.

Ihr Vater starb nach langer Krankheit, zwei Jahre später auch ihre Mutter, vermutlich an Aids. Eine Tante, die verwitwet war und bereits vier eigene Kinder und kein Einkommen hatte, nahm sie zu sich. Die Tante verdient ein wenig Geld, indem sie am Straßenrand gebrauchte Kleidung aus Europa verkauft, kann von diesem geringen Verdienst jedoch keine fünf Kinder ernähren. So nahmen wir Happy, die stark unterernährt war, zu uns.

 

Loveness Kayugwa

Loveness wurde 1998 in Ndiwili, einem kleinen Ort zwischen Iringa und dem Amani-Center, geboren. Sie ist das letzte von sechs Kindern.

Ihr Vater starb nach langer Krankheit. Ein Jahr nach seinem Tod erkrankte auch die Mutter und starb nach einem langen Leiden - beide vermutlich an Aids.

Ein Onkel nahm die sechs Kinder auf, obwohl er selbst eine große Familie hat. Einige seiner Kinder besuchten die Secondary School, was sehr teuer ist. Deshalb schaffte er es nicht, die Kinder angemessen zu versorgen und bat in unserem Kinderdorf um Hilfe. Wir nahmen das jüngste Kind auf.

 

Sinaidi Mdemu

Sinaidi ist ungefähr zehn Jahre alt und wurde in Mufindi, ca. 120 km vom Amani-Center entfernt, geboren. Sie lebte mit ihrer Mutter und einem Stief-vater zusammen. Der Stiefvater behandelte sie sehr schlecht. Sie musste weit entfernt von Zuhause eine Viehherde hüten, bekam wenig zu essen und durfte nicht zur Schule gehen.

Schwestern, die in dem Gebiet arbeiten, entdeckten sie. Sinaidi war völlig unterernährt und sehr schwach. Die Schwestern brachten sie zu uns.

 

Yusta Msanigi

Yusta ist sieben Jahre alt und wurde in Iringa als uneheliches Kind geboren. Ihr Vater verschwand vor ihrer Geburt. Ihre Mutter starb später nach langer Krankheit vermutlich an Aids.

Die alte Großmutter nahm Yusta bei sich auf. Sie hat jedoch kein Einkommen und lebt in einer kleinen, grasgedeckten Hütte. Es gab nur einmal täglich – abends - etwas zu essen.

Yusta wurde vom Pfarrer ins Amani-Center gebracht. Sie war stark unterernährt (Quaschiakor- Eiweißmangelerkrankung).