Amani-Kinderdorf

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Die Kinderhäuser

Haus 1:
 
In Haus 1 wohnen zum größten Teil ältere Kinder. Fünf von ihnen gehen schon auf Boarding Schools, was bedeutet, dass sie nicht mehr im Kinderdorf wohnen, sondern direkt an der Schule. In den Ferien kommen die Kinder aber immer wieder gerne ins Kinderdorf zurück und werden dort wie von einer Familie empfangen.
Bei den Kindern, die nicht auf Boarding Schools gehen, ist der Aufgabenbereich genau eingeteilt. Die Älteste, die auch schon auf einer weiterführenden Schule ist, aber auf keiner Boarding School, heißt Salama. Sie ist 16 Jahre alt. Nachdem sie 7 km mit dem Fahrrad von der Schule zurück gekommen ist, hilft Salama Mama Oscar und Dada Reina immer viel im Haushalt, also beim Kochen, Wasser holen und ähnlichen Dingen. Wenn sie aber frei hat, geht sie ins Haus 2 oder ins Haus 6, weil dort gleichaltrige Mädchen sind, mit denen sie befreundet ist und allerhand Sachen unternimmt.
Die Nächstälteren sind alle um die 13 Jahre alt. Sie helfen auch zwischendurch im Haushalt mit, vor allem Octavina, passen in erster Linie aber auf die kleineren Hausbewohner auf. Inyasia und Doto z.B. malen den Kindergartenkindern Lilian und Martina gerne Henna-Tattoos auf die Hände oder bringen ihnen Häkeln bei.
Wenn die Größeren aber lieber für sich sein wollen, gehen die Kleinen ihre Freunde in Haus 5 besuchen. Es hat sich im Dorf schon eine Mädchen Clique von 6-jährigen gefunden, die zusammen spielen, Sachen erkunden oder einfach nur in der Sonne liegen. Lilian, die schon fast seit ihrer Geburt im Kinderdorf lebt, führt diese Gruppe meistens an und bestimmt, was gemacht wird. Sie hinterfragt immer alles und geht auch auf Besucher am offensten zu.



Haus 2:
 
Auch in Haus 2 wohnen eher die älteren Kinder. Suzanna und Laineth gehen beide auf die örtliche Secondary School und interessieren sich eher für Nagellack als für Spiele. Die beiden sieht man oft zusammen durchs Dorf schlendern, weil sie wieder Aufgaben zu erledigen haben und diese zusammen abarbeiten, aber auch, weil sie nebenher noch die aktuellsten Neuigkeiten aus dem Dorf und der Schule austauschen können.
Ziwile gehört auch zu den älteren Mädchen, hat aber noch keinen Platz in einer weiterführenden Schule bekommen, weshalb sie nun in der eigenen Näherei nähen lernt. Somit nutzt sie ihre Zeit sinnvoll und hilft dabei auch noch dem Amani Centre.
Die ältesten Jungen sind Daudi und Joseph Sanga. Daudi ist aber kaum noch im Dorf, weil er auf einer Boarding School ist, so dass Joseph meistens in Haus 6 zu finden ist, wo er seine Freunden Dickson und Mashaka trifft. Joseph ist auch der Hauptdarsteller des Filmes Hakim, welcher im Kinderdorf gedreht wurde. Inzwischen ist ihm das aber ein wenig peinlich. In seiner Freizeit turnt er sehr gerne. Dafür nimmt er sich einen alten Treckerreifen, den er zum Trampolin umfunktioniert, und darüber schlägt er dann Saltos und Handstandüberschläge.
Die Jüngeren aus Haus 2 gehen größtenteils auf die Primary School in Kilolo. Das heißt, dass sie morgens um 6 Uhr losgehen und 3 km zur Schule laufen. Zum Mittagessen kommen sie gegen halb 1 wieder zurück, um dann den selben Weg nochmals zu bestreiten. Gegen halb 5 kommen die Kinder wieder aus der Schule und holen sich ihr wohlverdientes Mittagessen.




Haus 3:
 
In Haus 3 wohnen im Gegensatz zu Haus 1 und 2 eher jüngere Kinder. Die Älteste, Sinaidi, geht auf eine Boarding School, und der nächstältere, Gidens, ist seit diesem Jahr auf der örtlichen Secondary School. In Tansania gibt es das englische Schulsystem. Es ist so, dass die Kinder mit 3 Jahren in den Kindergarten kommen und mit 6 in die Primary School, welches in Deutschland die Grundschule ist. Auf dieser Schule bleiben die Kinder aber bis zur 7. Klasse und nicht wie in Deutschland nur bis zur 4. Klasse. Danach wechseln die Schüler auf die Secondary School, die bei uns mit den weiterführenden Schulen vergleichbar ist. Auf die Secondary School kommen aber nur gute Schüler und bleiben dort für 4 Jahre. Der Abschluss nach diesen 4 Jahren ist die mittlere Reife, also der Realschulabschluss in Deutschland. Wenn die Kinder besonders gut sind, können sie auch noch 2 Jahre Advanced Level machen, nach dem sie dann einen Abschluss haben, der dem Abitur gleich ist.
Bis auf Gidens und Sinaidi ist aber noch keiner an der Secondary School. Viele sind in der Primary School und Erick, Rolensia und Seleman sind sogar erst im Kindergarten.
Im Kindergarten spielen die Kinder, lernen aber auch schon Rechnen, Lesen und Schreiben. Alles spielerisch mit vielen Liedern. Jeden Morgen treffen sich also die Kleinsten aus dem Dorf in ihrer Kindergartenuniform und warten auf Ombeni Chaula, die Kindergärtnerin. Manchmal hat sie Probleme, die wüste Bande zu bändigen, aber nach ein bisschen Sport und Spiel bleiben die Kinder meistens ruhig sitzen und sind am Ende des Tages auch erschöpft von der ganzen Anstrengung.



Haus 4:
 
Haus 4 steht zusammen in einem Kreis mit Haus 3 und Haus 5. Anzutreffen sind die Kinder aber meistens auf dem Hof vor Haus 1. Aika, Fatinesi und Lightness gehören zu der Mädchengruppe um Lilian. Aika ist noch recht neu im Amani Centre und deswegen ein bisschen schüchtern. Sie und Martina können aber am besten häkeln und machen auch für die anderen Mädchen kleine Taschen. Fatinesi ist mit 11 Jahren zwar schon etwas älter als die anderen Mädchen, spielt aber noch total gerne und hat eine große Phantasie. Sie freut sich immer total über Besuch und geht sofort auf die Leute zu, um sie in Empfang zu nehmen. Lightness ist ebenso wie Aika etwas schüchtern, aber wenn man sie etwas länger kennt, nimmt sie einen überall mit hin.
Die Kleinsten aus dem gesamten Kinderdorf sind Beth und Lucy, die Töchter der beiden Hausmamas. Sie unterhalten immer das ganze Dorf und halten Haus 4 ständig in Bewegung.
In Haus 4 wohnen auch Gloria und Happy. Diese beiden Mädchen sind die besten Freundinnen, und man trifft sie fast nie einzeln an. Im Unterricht und bei der Nachhilfe sitzen sie immer nebeneinander und tuscheln, in ihrer Freizeit lackieren sie sich gegenseitig die Nägel und abends warten sie gemeinsam draußen am Wasserhahn darauf, dass das Wasser wieder fließt und sie welches in ihr Haus bringen können. Die beiden bleiben fast immer unter sich und gehen deswegen selten in die anderen Häuser.
Ein weiterer Bewohner ist Robert. Robert ist mit seinem Cousin und seinem Bruder ins Kinderdorf gekommen, nachdem sie sich alleine durchschlagen mussten. Sie hatten zwar eine Großmutter, diese konnte aber nicht mehr für die Kinder sorgen, da sie zu alt war. Am Anfang hat Robert sich schwer getan in der Gemeinschaft und mit einem geregelten Tagesablauf, aber inzwischen hat er sich super eingelebt und fügt sich komplett in das Leben hier ein.


Haus 5:
 
Haus 5 hat wohl die jüngste Besatzung von allen. Es gibt zwar zwei Secondary Schüler, aber die sind auf Boarding Schools. Alle anderen Kinder, bis auf zwei Kindergartenkinder, gehen zur örtlichen Primary School. Weil das so ist, haben Mama Stan und Mama Aruda immer sehr viel zu tun, weil die jüngeren Kinder noch nicht so viel helfen  wie die älteren in den anderen Häusern.
Trotzdem geben die Kinder ihr Bestes, und man sieht manchen mit einem Eimer voller Mais auf dem Kopf, der wahrscheinlich schwerer ist, als das Kind selbst. Das scheint den meisten aber nichts auszumachen, weil sie dabei noch singen oder lachen. Im Amani Centre können die Kinder allgemein erstaunlich schnell laufen und auch Sachen auf ihrem Kopf balancieren. Ein beliebtes Spiel bei den Kinder aus Haus 5 ist es zu versuchen, möglichst lange mit einem einzelnen Maiskolben auf dem Kopf durch die Gegend zu laufen, ohne dass dieser dabei hinunterfällt.
Wenn die Kinder von Haus 5 das versuchen, unterhalten sie immer das ganze Kinderdorf. In Haus 5 gibt es viele "Entertainer", wie z.B. Clemens. Clemens ist fünf Jahre alt und geht noch in den Kindergarten. Er ist sehr klein für sein Alter, aber das scheint ihn überhaupt nicht zu stören. Er gibt immer und überall den Ton an und steht ständig in vorderster Reihe. Auf dem Gruppenbild ist Clemens das Kind mit der Amani-Hand, die er sich natürlich sichern musste. Wenn er aber zu übermütig wird, weisen die anderen Kinder ihn in seine Schranken.
Eine weitere Bewohnerin ist Apia. Apia geht noch zur Primary School und hat sich zuerst sehr schwer getan im Amani Centre. Mit Mama Stan hat sie nun aber eine Mama gefunden, der sie vertraut. Auch die vielen kleinen "Geschwister" halten sie immer in Bewegung, so dass sie sich langsam einlebt und immer besser zurecht findet. Manchmal scheint sie sich noch fehl am Platz zu fühlen und hat Probleme mit den anderen Kindern, aber diese Momente werden immer weniger.


Haus 6:
 
Haus 6 ist aufgeteilt in alte und junge Kinder. Mittlere gibt es kaum.
Die älteren trennen sich meistens in eine Jungen- und eine Mädchengruppe auf. Dickson und Mashaka sind beide an der Secondary School in Kilolo und sehr interessiert am Lernen. Die beiden sprechen wohl das beste Englisch von den Kindern im Dorf und wissen auch am meisten über den Westen, also Europa und Amerika. Bei den beiden trifft man auch meistens Joseph Sanga an, und diese drei bilden dann eine richtige Gang. Sie setzen ihre Sonnenbrillen auf, gehen Basketball spielen oder reden über Fußball. Sie müssen auch alle drei Mittwochsabend beim Gesangs- und Tanztraining mitmachen, haben aber eigentlich keine Lust mehr darauf und erfinden die lustigsten Ausreden. Wenn die drei Fußball spielen gehen mit Sebastian, dem Schreiner-Freiwilligen, ist meistens auch noch Eliya dabei, der etwas jünger ist als die anderen, die alle um die 16 Jahre alt sind.

Die älteren Mädchen aus Haus 6 sind alle sehr fleißig. Olita will später Hausmutter werden und strengt sich deswegen schon sehr an. Eledia ist auch ein sehr aufgewecktes Mädchen und möchte immer alles organisieren. Eledia ist leider oft krank, dennoch steckt sie immer und überall mitten im Geschehen.


Es gibt auch viele kleine Kinder in Haus 6, insgesamt fünf Kindergartenkinder, die alle voller Energie stecken und am liebsten 24 Stunden am Tag spielen würden. Ihr Lieblingsspiel heißt Paka Paka Simba, das ist Kisuaheli. Paka heißt Katze und Simba heißt Löwe. Dieses Spiel ist die tansanische Version von Plumpssack. Alle Kinder setzen sich in einen Kreis, und einer geht herum und berührt jeden am Kopf. Dabei sagt er so lange Paka, bis er einmal Simba sagt. Die Person, bei der Simba gesagt wurde muss ganz schnell aufstehen und versuchen, den anderen zu fangen, der einmal um den Kreis herum rennen muss. Schafft er es nicht, den anderen zu fangen, darf dieser sich auf den alten Sitzplatz setzen. Danach geht das Spiel von vorne los.