Amani-Kinderdorf

April 2009: Reisebericht

Nach der Sitzung des Advisory Boards

Notizen meines Besuchs in Tansania im April 2009

Tansania - erstmals in der Regenzeit. Grün statt Braun. Sonnenblumen wie von van Gogh. Hätte ich in Tansania nicht erwartet.

Die ganz heftigen Regenfälle sind schon im März gewesen. Segen und Fluch: Einige Gemüsebeete sind weggeschwemmt worden, Kohl und Salat mussten neu angepflanzt werden.

Begrüßungsabend in der Hall, Gesang und Tanz der Kinder, die dabei ihre Probleme vergessen können. Ich bringe Freundschaftsbändchen aus Deutschland mit und versuche, zu vermitteln, das hier bei uns Kinder sind, die an sie denken.

Haus 6 ist bezogen. Die Kinder kommen aus den bestehenden Häusern, die neuen sind auf die anderen verteilt worden. Munteres Leben! Mir werden Kinder gezeigt, die völlig verängstigt waren, als sie im Dorf ankamen. Jetzt spielen sie munter mit und unterscheiden sich kaum noch von den anderen.

Sitzung des Advisory Boards. Ich erstatte Bericht über die Aktivitäten von Amani in Deutschland und in Tansania. Konstruktive Arbeitsatmosphäre und viel good will auf allen Seiten.

Ostern in Materna Beach mit den Freiwilligen. Hin- und Rückreise zum Lake Malawi dauern je einen Tag, eine Strapaze, die sich lohnt. Brandung wie am Atlantik und das an einem Binnensee! Hier Regenfälle von tropischem Ausmaß, also ergiebig und warm. Und man kann trotzdem schwimmen!

Back to work: In Iringa warten Gespräche auf mich, um die rechtliche Grundlage für das neue Kinderdorf in Kitwiru festzuklopfen. Jörg und Judy Eule, im März vor Ort waren, haben vieles auf den Weg gebracht. Ich kann manches, was sie gesät haben, ernten. Auch hier das gute Gefühl, mit Leuten in Tansania zu tun zu haben, die uns willkommen heißen und wirklich etwas für ihr Land erreichen wollen.

Auch der Eröffnung eines Kontos - in Tansania ein schwieriger bürokratischer Akt - kann ich einen Schritt näher kommen. Wie höre, haben wir inzwischen die Kontonummer zugeteilt bekommen.

Mama Mary, die in Zukunft die Leitung des neuen Kinderdorfes übernehmen soll, ist nach einem Busunfall wieder an Bord; das stand lange Zeit in Zweifel. Ich freue mich, sie wieder auf den Beinen zu sehen.

Der Rückflug nach Deutschland fällt zunächst wegen technischer Probleme aus und wird um 24 Stunden verschoben. Ich habe viel Zeit, über das Geschehene und Erlebte nachzudenken. Wir können stolz darauf sein, was wir erreicht haben und dass es jetzt mit dem Bau des neuen Kinderdorfes weitergeht.

Ulli Siepe, April 2009