Kitwiru, der Plan für ein zweites Kinderdorf, ein langer, beschwerlicher Wege, aber nun geht es endlich los!
Es war im Jahre 2006, als der kleine Verein Amani Kinderdorf zu der Überzeugung kam, den Mut und die Kraft für ein weiteres Kinderdorf zu haben. Nachdem das erste Dorf in Kilolo in enger Zusammenarbeit und guter Unterstützung mit dem Bischof von Iringa gebaut worden war, sollte ein zweites Dorf ohne kirchliche Anbindung in genauso enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit einer politischen Gemeinde entstehen.
Als die Idee dem Regional Commissioner von Iringa, Frau Said, vorgetragen wurde, war die Begeisterung groß. Sie versprach, bei der Auswahl einer bedürftigen Gemeinde und eines geeigneten Grundstücks zu helfen.
Beim nächsten Besuch standen drei Grundstücke zur Auswahl. Nach Besichtigung und Gesprächen mit Vertretern der örtlichen Gemeinde fiel die Entscheidung zugunsten von Kitwiru. Es war insbesondere Mr. Ally Mbata, der Bürgermeister von Kitwiru, der durch sein persönliches Engagement, aber auch durch das Interesse seiner Gemeinderatskollegen und der Verwaltung deutlich machte, dass in Kitwiru ein großer Bedarf an Hilfe für Waisenkinder bestehe und dass die Initiative von Amani willkommen sei und nach Kräften unterstützt werde. In Kitwiru, einer Gemeinde mit ca. 3.000 Einwohnern, hat die Sozialarbeiterin 461 Waisenkinder erfasst, die alle Hilfe benötigen. Dennoch waren die zu überwindenden Schwierigkeiten enorm. Wir haben zig Gespräche und Verhandlungen mit den verschiedensten Behörden in Iringa und Dar geführt; überall wurden wir mit offenen Armen empfangen, und dennoch ging es nicht wirklich voran. Es war Ally Mbata, der unsmit seiner Zuversicht und seinem Einfluss immer wieder weiter geholfen und verhindert hat, dass wir den Mut verloren haben.
Inzwischen haben wir
ein gut geeignetes Grundstück, das uns langfristig zur Verfügung steht,
einen Gesamtplan und Detailpläne für den ersten Bauabschnitt
die Baugenehmigung für das gesamte Projekt
die Bauausschreibung veranlasst
und
werden noch im Januar den Bauauftrag erteilen und
- sobald es die Regenzeit zulässt – mit dem ersten Spatenstich beginnen.
Im Vorstand ist Ulrich Siepe für Kitwiru veranwortlich. Ende Januar/Anfang Februar wird unserer Architekt, Volker Tillar, und in den Osterferien Ulrich Siepe nach Tansania fahren, um das Projekt zu begleiten.
Rückblickend muss man selbstkritisch feststellen, dass ein großer Teil unserer Schwierigkeiten in unserer unzureichenden Art, die Kultur, die Mentalität und Verhaltensweise der Tansania zu verstehen, begründet war; wir haben auf dem mühsamen Weg viel gelernt, insbesondere uns und unsere Vorstellungen immer wieder zurückzunehmen und zuzuhören, und manchen Freund gewonnen.
Wir sind sicher, dass das Kinderdorf in Kitwiru zusammen mit seinem örtlichen Umfeld etwas ganz Besonderes werden wird.
03.01.2010