Amani-Kinderdorf

Oktober 2009: Reise nach Kilolo

Geld abheben, Farben für die große Malaktion kaufen, noch die übrigen Einkäufe, und jetzt geht es endlich nach Kilolo.
Außer Hausmüttern und Kindern empfangen uns leider auch die Auswirkungen des verheerenden Brandes in der Umgebung des Kinderdorfes. Zum Glück hat der Wind die Flammen vom Dorf ferngehalten.
Unser Tagewerk werden die Kinderakten sein. Für Mama Erica ist dieser Papierkram typisch für die Weißen, aber was sein muss, muss sein, und wir ziehen gemeinsam mit Till tapfer von Haus zu Haus.
Heute, Mittwoch, ist Nyerere Day (Feiertag), so ziehen wir noch einmal in die Häuser, um alle Kinder zu sehen. Bei dieser „Kinderbeschauung“zeigt Erica außerordentliche Freude.

Die Malaktion wird am Nachmittag starten. Zur angesetzten Zeit sind keine Kinder da, alles übt fürs Tanzen, Trommeln, damit wir abends offiziell begrüßt werden können. Mühselig suchen Till, Marlene, Anne-Sophie und Petra die nicht übenden Kinder zusammen. Da erscheinen Hausmütter und nehmen den Kindern die Farbtöpfe und Pinsel ab, um selbst Hand an zu legen. Das hatten wir uns anders vorgestellt!!! Mit Händen und Füßen und viel Geduld machen wir klar, dass alle malen dürfen. Die jeweiligen Wände (vier) werden unter Anleitung von Marlene – Schirmakazie Haus 1, Petra – Massai Haus 2, Anne-Sophie – Kinder der Welt Haus 3, Till – Afrikanerinnen (ehemalige Wandbemalung im Gästebad) Haus 5 bemalt. Wir alle machen so unsere Erfahrungen: Kurz abgewandt haben die Massai nicht nur farbige Kleider, sondern auch Beine und Köpfe im Farblook. Nach drei Stunden und viel künstlerischer Freiheit kann sich das Ergebnis sehen lassen. Die Nacharbeiten werden in den nächsten Tagen fortsetzen.
Sehr gerührt und um unsere Aufgabe wissend, erleben wir die Begrüßungsfeier. Nach 90maligem „gute Nacht“ wünschen gehen wir zufrieden ins Bett. Übrigens, unsere Geschenke von Erica sind sehenswert: Matthias hat ein Hemd im African style,  Petra einen Wickelrock (wirklich schön) mit Babydoll-Oberteil (verboten), Anne-Sophie zwei richtig nette Kangas.

Großer Beliebtheit erfreut sich unser mitgebrachtes Springseil: Täglich gibt es "Wettkämpfe" zwischen den Häusern, auch Anne-Sophie ist mit großer Begeisterung dabei.
Der Donnerstag steht im Zeichen der Boardsitzung. Freitag: Morgens geht’s mit Masoudi, Jörg Henkel und den Leuten von IDYDC durch die Häuser, um einen Arbeitplan für die notwendigen Renovierungen zu machen.
Montag: Zurück in Kilolo verbringen wir unsere letzten Tage mit einer Bestandsaufnahme im Store, im Garten, in der Schreinerei und in der Schneiderei. Nachmitags diskutieren wir mit Father Christopher die Ergebnisse der Boardsitzung, auf der Vertreter der Gemeinde, des Kreises Kilolo, von Amani Tansania und und Amani Deutschland die Entwicklung des Kinderdorfes beraten.
Bevor wir am nächsten Tag nach Iringa fahren, feiern wir Abschied im Hinterhof-Biergarten „Nice Pub“ mit unseren Freiwilligen in Kilolo – Gespräche sind schwierig, da wir neben dem Generator für den Fernseher sitzen.

Auf der Rückfahrt fahren wir noch bei der Kilolo Secondary School vorbei, die einige Kinder des Amani Centres besuchen und bewundern Till, der in einer Klasse mit 88 Schülern Englisch unterrichtet.


Wir hoffen, euch hiermit einen Eindruck unserer Reise und unserer Arbeit  vermittelt zu haben.

Petra Schmidt